Regelinsolvenz

Zum 01.12.2001 wurde Selbständigen die Inanspruchnahme eines Regelinsolvenzverfahrens ermöglicht.

Die Regelung ermöglicht es dem Selbständigen, grundsätzlich seine Tätigkeit trotz der Insolvenz fortzusetzen. Dies hat sowohl für den Selbständigen den Vorteil, seine Tätigkeit weiter aufrecht erhalten zu können und für die Gläubiger den Vorteil, zumindest einen Teil ihrer Vorderungen zu erhalten.

Die Gründe, welche zur Überschuldung und letztendlich zur Zahlungsunfähigkeit der Selbständigen und der freiberuflich tätigen Unternehmer führen kann, sind vielfältig.
Ein Grund liegt darin, dass sowohl Selbständige als auch Freiberufler in ihrer unternehmerischen Tätigkeit auch mit ihrem Privatvermögen voll haftbar sind. Im Unterschied dazu haften die Inhaber einer GmbH, also einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung eben nicht mit Privatvermögen.

Die Einlage für eine GmbH liegt in Deutschland im Moment bei 25.000,- EUR. Dies stellt oft bei der Firmengründung eine unüberwindbare Anfangsinvestition dar und führt in Deutschland zu Firmengründungen in Form von Einzelbetrieben und der Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR). Wenn bei diesen Gesellschaftsformen der Insolvenzfall eintritt, so entsteht ein Anspruch auf ein Regelinsolvenzverfahren.

Das Regelinsolvenzverfahren wird an dem in der Region zuständigen Insolvenzgericht durchgeführt. Oft beauftragt das Insolvenzgericht auch einen in diesem Punkt spezialisierten Gutachter, um sich ein besseres Bild des Unternehmens zu machen.

In der Verfahrenseröffnung wird das Vermögen des selbständigen Schuldners in zwei Zeitabschnitte eingeteilt:
1. Vermögen bis zu dem Zeitpunkt der unternehmerischen Tätigkeit sowie
2. das Vermögen seit Aufnahme der unternehmerischen Tätigkeit.
Im Rahmen des Regelinsolvenzverfahrens wird das pfändbare Einkommen mit verschiedenen Möglichkeiten ermittelt.

Die aus dem nicht pfändbaren Anteil des Einkommens neu geschaffenen Vermögenswerte, egal ob privat oder geschäftlich angeschafft, unterliegen nicht dem Beschlag des Insolvenzverfahrens und können daher nicht für Altverbindlichkeiten herangezogen werden.

Lassen Sie sich sowohl zu diesem Punkt als auch zum Thema Regelinsolvenz
einmal von uns beraten.

Durch die Regelinsolvenz bietet sich für überschuldete selbständige Gewerbetreibende und Freiberufler oft die Möglichkeit des Neuanfangs, welche sich allein durch die Aufstellung eines Schuldenbereinigungsplanes so nicht ergeben würde.

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